Unterschiede zwischen Erwachsenen- und Kinderfußball

In diesem Beitrag geht es um die klare Differenzierung zwischen Erwachsenen- und Kinderfußball.

Viele Trainer und auch Eltern projezieren den Erwachsenenfußball runter auf ihre Kinder. Dabei sind die Ziele und Ausbildungsinhalte völlig verschieden. 

Training

Erwachsenfußball

Das Training ist bei Erwachsenen auf den kommenden Wettkampf ausgerichtet. In Profivereinen wird der nächste Gegner genau analysiert und Abläufe/Taktiken einstudiert, um diesen zu besiegen. Auch in Amateurvereinen richtet sich das Training zumeist auf das Einstudieren von mannschaftstaktischen, sowie gruppentaktischen Abläufen.  Alles mit dem Ziel den kommenden Wettkampf positiv für sich zu entscheiden.  


Kinderfußball

Das Training bei Kindern ist unabhängig vom kommenden Gegner oder Wettkampf ausgerichtet. Im Vordergrund stehen Erlebnisse, Spaß, sammeln von Erfahrungen und das spielerische Erlernen der Grundtechniken des Fußballs. Isolierte Übungsformen haben im Kinderfußball genauso wenig verloren, wie das Einstudieren von irgendwelchen Taktiken. Standzeiten und Ansprachen sind so kurz wie möglich zu halten, da die Konzentrationsfähigkeit der Kinder sehr gering ist. Dabei eignet es sich, wenn möglich, die Gruppen zu teilen. Verschiedene Spielformen sollten das Training im Kinderfußball bestimmen. Übungsformen können in kleine Wettkämpfe verpackt werden, um den Spaß und Ehrgeiz zu fördern. 


Negativbeispiel: Isoliertes Passspieltraining

Positive Alternative: Spielformen wie Funino oder Überzahlspiel 


Wettkampf

Erwachsenfußball

Der Wettkampf ist bei Erwachsenen taktisch ausgerichtet. Der im Training einstudierte Matchplan wird strikt befolgt, damit der Gegner bezwungen werden kann. Jeder Spieler kennt seine taktischen Anweisungen und muss diese im Spiel befolgen. Kretivität und Individualität sind selten möglich. Der Trainer gibt Anweisungen von außen.


Kinderfußball

Bei Kindern steht das freie und vor allem ungestörte Spielen im Mittelpunkt. Die einzige Taktik im Kinderfußball heißt: Angreifen und Verteidigen. Später kommen kleine Sachen wie Positionstreue und Raumaufteilung hinzu. Kreativität und Individualität sollten stets gefördert werden. Das Ergebnis spielt im Kinderfußball keine Rolle. Der Trainer greift so gut wie gar nicht ins Spielgeschehen ein und gibt in der Halbzeitpause kurze Verbesserungsvorschläge. Es zählt also in erster Linie das Spielerlebnis. Ergebnisdenken wie im Erwachsenenbereich, ist mit den Zielen der Wettspiele im Kinderfußball nicht vereinbar.


Ziele

Erwachsenfußball

Das oberste Ziel im Erwachsenfußball hat immer was mit der Platzierung zu tun. Je nach Leistungsstärke des Teams kann dies die Meisterschaft, der Aufstieg oder auch einfach nur der Klassenerhalt sein. Eine Mannschaft und auch der Trainer werden stets an der Erreichung dieser Ziele gemessen.


Kinderfußball

Das für die Kinder wichtigste Ziel ist unbeschwert spielen zu können. Natürlich wollen sie sich mit anderen vergleichen, sich präsentieren und auch gewinnen. Letztlich zählt für sie jedoch das Spielerlebnis und Niederlagen sind ganz schnell vergessen. Ziel ist es die Kinder für diesen wunderbaren Sport zu begeistern und das diese Freude am Spiel solange wie möglich erhalten bleibt. Jeder Spieler soll dabei individuell bestmöglich ausgebildet werden. Des Weiteren stellt die Persönlichkeitsentwicklung ein großes außersportliches Ziel dar. 


Erfolg

Erwachsenfußball

Erfolg wird im Erwachsenenfußball stets am Ergebnis und dementsprechend auch an der Platzierung gemessen. Entwicklungsschritte können kleine Erfolge darstellen, welche jedoch keinen Wert haben, wenn das Spielergebnis nicht stimmt.


Kinderfußball

Leider wird Erfolg im Kinderfußball trotz Einführung der Fairplayliga noch viel zu oft am Ergebnis gemessen. Der wahre Erfolg liegt bei Kindern jedoch in der ganzheitlichen Entwicklung der Spieler. Ergebnisse haben im Kinderfußball wenig aussagekraft über den aktuellen Entwicklungsstand der Spieler. Ein Wettkampft ist im Kinderfußball relativ leicht zu gewinnen, auch wenn die individuelle Leistungsfähigkeit nicht so hoch ist.

Wie ? Indem man nur die "besten" Kinder spielen lässt, stets einen festen Torwart einsetzt, einen Spieler vor dem generischen Tor parkt, lange Bälle nach vorne bolzt, aus allen Lagen aufs Tor knallt und jeder Spieler stets auf ein und der selben Position eingesetzt wird. Diese Art der Ausbildung dient dem kurzfristigen Erfolg des Trainers aber wird nachhaltig keine kompletten Spieler (Topspieler) hervorbringen.


Trainer

Erwachsenfußball

Trainer werden im Erwachsenenfußball stets an Ihren Ergebnissen und natürlich Ihren Erfolgen gemessen. Das A und O heißt also gewinnen.


Kinderfußball

Trainer im Kinderfußball werden wie zuvor erwähnt leider auch noch viel zu oft an den Ergebnissen gemessen. Dadurch entsteht Druck für den Trainer, welcher natürlich auf die Kinder übertragen wird. Richtigerweise sollten Kindertrainer an der Entwicklung ihrer Spieler gemessen werden und ob diese dem Alter entsprechend ausgebildet sind. 


Zusammenfassend lässt sich also sagen: Erwachsenfußball ist kein Kinderfußball !!!


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