17 Dinge die einen guten Jugendtrainer ausmachen

Gerade als Trainer in den unteren Altersklassen, musst du ein wahres Allroundtalent sein. Wir haben 17 Fähigkeiten für euch zusammengefasst, die aus unserer Sicht einen guten Jugendtrainer ausmachen.

#1 Organisationsfähigkeit

Als Trainer musst du oftmals ein wahres Organisationswunder sein. Für einen Außenstehenden ist dies meist nicht so zu sehen, aber als Coach organisierst du nicht nur dein Training, sondern auch Spiele, Turniere, Auswärtsfahrten, Trainingsmaterialien, Sponsoren und vieles mehr. Das ganze wohl gemerkt neben dem Beruf und der Familie. Ein Co-Trainer, Betreuer oder zuverlässige Eltern können in diesem Punkt eine sehr entlastende Hilfe sein.


#2 soziale Kompetenz

Eine grundsätzlich wichtige Fähigkeit, wenn man viel mit Menschen arbeitet. Und das machen wir als Trainer. Wir brauchen sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern gute soziale Fähigkeiten. Lob, Anerkennung, Motivation und Freude sind einige soziale Fähigkeiten die man als Jugendtrainer mitbringen sollte. Doch auch die Eltern sollten nicht außer Acht gelassen werden. Ein guter Kontakt zu den Eltern, kann viel Ärger ersparen. Auch hier ist gute soziale Kompetenz gefragt.


#3 Einsatzbereitschaft

Nichts ist schlimmer ein unzuverlässiger Trainer, der seine Arbeit nur halbherzig ausführt.  Wer das Amt des Trainers übernimmt, muss sich bewusst sein, dass dies viel Zeit und Arbeit bedeutet. Demnach ist eine hohe Einsatzbereitschaft ein sehr wichtiger und großer Eckpfeiler eines guten Trainers. Diese Einsatzbereitschaft bleibt auch deinem Umfeld nicht verborgen. Zum Beispiel den Eltern deiner Spieler, bei denen du einige Pluspunkte sammeln kannst.


#4 positive Kommunikation

Auch diese Fähigkeit ist wichtig im Umgang mit Spieler und Eltern. Doch gerade bei den Kindern solltet ihr stets positiv kommunizieren. Damit ist nicht gemeint, dass ihr niemals sagen dürft was schlecht lief.  Ihr müsst nur darauf achten wie ihr es den Kindern kommuniziert.


negative Kommunikation: Jungs habt ihr Tomaten auf den Augen. Ihr schießt zehnmal aufs Tor und haut das Ding immer vorbei. Selbst ein Blinder würde das Tor besser treffen.


positive Kommunikation: Jungs wir haben super Gelegenheiten und konnten oft aufs Tor schießen. Versucht es immer weiter, konzentriert euch beim Abschluss und ihr werdet belohnt.


#5 Eigenreflexion

Eine Fähigkeit, welche oft unterschätzt wird. Gerade nach dem Training, Spiel oder Turnier sollte man kurz reflektieren wie es gelaufen ist. Dabei muss man natürlich auch kritikfähig sich selbst gegenüber sein. Es bringt nichts die Schuld auf die Kinder oder äußere Umstände zu schieben. 


Beispiel: Warum waren die Kinder heute beim Training so unkonzentriert und haben so viel herumgealbert ?

Meine Trainingsübungen waren nicht gut gewählt. Die Gruppe war zu groß und die Wartezeit zu lang. Dadurch wurde ihnen langweilig und sie machten Unsinn. Ich hätte die Gruppen lieber teilen sollen. Dann wäre die Wartezeit nicht so lang und die Wiederholungszahl für jedes Kind größer.


#6 Vermittlungskompetenz

Je nach Altersklasse muss man fähig sein, Dinge auf verschiedenste Art und Weise zu vermitteln. Bei den Kleinsten sollte man eine kindgerechte Sprache verwenden und mit keinen Fachbegriffen um sich schmeißen, da diese meistens noch nicht verstanden und somit gekonnt ignoriert werden. Bei den Bambinis beispielsweise, sollte die Fantasie stets angeregt werden. So kann man statt Team Rot und Team Gelb, die Begriffe Hase und Jäger verwenden. Damit identifizieren sich die Kinder in diesem Alter viel mehr und man merkt sofort wie die Begeisterung steigt. Am allerwichtigsten ist es jedoch einfach Spaß und Freude zu vermitteln. Und das geht nur wenn ihr es als Trainer vorlebt.


#7 Führungskompetenz

Neben der positiven Kommunikation und der Vermittlung von Spaß und Freude, darf nicht vergessen werden, das ein Team geführt werden muss. Dieses Thema betrifft wieder sowohl Spieler als auch Eltern. Kinder testen sich aus und das werden sie auch bei dir als Trainer tun. Dort heißt es stets den Punkt der Ernsthaftigkeit und Führung wiederzufinden. Ansonsten passiert es ganz schnell, das die Kinder dir auf der Nase herumtanzen, nicht hören und dich nicht ernst nehmen. Das heißt, das Disziplin, Konsequenz und Führung stets ein Begleiter deiner Arbeit mit den Kids sein sollte. Ähnlich verhält es sich bei der Führungskompetenz gegenüber den Eltern. Du bist der Trainer, du triffst die Entscheidungen und du musst diese auch vertreten. Daher ist es wichtig, von Anfang an für Spieler und Eltern Regeln aufzustellen und diese bei Verstoß konsequent zu ahnden.


#8 Fachwissen

Natürlich sollte ein guter Jugendtrainer auch über reichlich Fachwissen verfügen. Denn was soll man den Kindern beibringen, wenn man selber keine Ahnung hat.  Es reicht nicht aus regelmäßig die Sportschau zu schauen oder das man 20 Jahre in der Kreisliga gekickt hat. Der Kinderfußball ist ein ganz spezieller Bereich, der auch ganz besondere Kenntnisse erfordert. Dieses Fachwissen ist sowohl auf die fußballerische Ausbildung (altersgerechtes Training) bezogen, als auch auf den Umgang mit der jeweiligen Altersklasse (Persönlichkeitsmerkmale).  Ein Grundstein für eine gute Fachkenntnis wird in der Trainerausbildung gelegt. Diese kann in den jeweiligen Landesverbänden absolviert werden. Zusätzlich empfiehlt es sich jedoch mit Hilfe von Büchern oder auf den Jugendfußball ausgerichteten Internetseiten,  sich noch eigenständig weiterzubilden.


#9 Außendarstellung

Wenn du dich für das Ehrenamt des Fußballtrainers entschieden hast, solltest du auch als solcher auftreten. Das heißt Sportkleidung beim Training und Spiel. Klingt selbstverständlich, aber es kommt nicht selten vor, dass der Trainer beispielsweise noch frisch von der Baustelle im Blaumann zum Training erscheint und dann den Kindern erklären möchte, wie man Fußball spielt. Als Trainer bist du für deine Spieler ein Vorbild und gleichzeitig ein Vertreter deines Vereins. Daher ist es wirklich wichtig, sich auch dementsprechend zu präsentieren. Dazu gehört auch regelmäßige Körperpflege, keine Zigarette vor den Kindern und schon gar nicht eine Alkoholfahne. All dies sollten wie bereits erwähnt Selbstverständlichkeiten sein, die hier jedoch nicht ohne Grund noch einmal angesprochen werden.


#10 Begeisterungsfähigkeit

Gerade als Trainer im Kinderfußball solltest du mit viel Begeisterung und Freude dabei sein. Denn deine Begeisterungsfähigkeit ist ansteckend. Die Kinder orientieren sich an dir. Wenn du mit wenig Lust, das Training leitest, wirkt sich das auch auf die Stimmung deiner Spieler aus. Bist du jedoch mit viel Enthusiasmus dabei, dann werden auch deine Spieler mit viel Elan kicken und am Ende glücklich nach Hause fahren.


#11 Humor

Eine ganz wichtige Kompetenz für einen Trainer im Kinderfußball ist der Humor. Kinder lieben es herumzualbern und nichts ist schlimmer als dies ständig zu unterbinden. Gerade vor und nach dem Training/Spiel sollten die Spieler auch mal Quatsch machen dürfen. Selbst während des Trainings kann auch mal ein Spaß die Einheit auflockern. Trotzdem muss man natürlich darauf achten, das man schnell wieder zur Ernsthaftigkeit zurückfindet, was den Kindern oft schwer fällt, wenn sie gerade im Spaßmodus sind. Hierbei sind dann deine wie in Punkt #7 genannten Führungskompetenzen gefragt. Insgesamt ist hier ein gesundes Maß an Spaß und Strenge zu finden, sodass die Trainingsqualität und deine Autorität nicht darunter leidet.


#12 Neutralität

Jeder Trainer hat Kinder im Team welche unglaublich anstrengend sind und Spieler welche nahezu perfekt wirken. Es wird auch immer Eltern geben mit denen man sich besser versteht, als mit anderen. Trotzdem gilt es als Trainer immer neutral zu bleiben und niemanden zu bevorzugen. Das schlimmste ist wenn die Kinder selbst spüren, das andere bevorzugt werden. Das kann schon im Kindesalter sehr stark am Selbstwertgefühl kratzen. Daher ist es wirklich extrem wichtig alle Kinder mit gleicher Wertigkeit zu behandeln. Unabhängig vom Charakter oder Elternhaus.


#13 Zuhören können

Wenn du als Trainer alles richtig gemacht hast und die Kinder dich mögen, dann erzählen sie dir wirklich sehr viel. Seien es banale Dinge aus dem Schulalltag oder sogar private Sachen. Gerade vor dem Training können einem da manchmal schon echt die Ohren glühen. Trotzdem ist es enorm wichtig das du gut zuhören kannst, denn nur so lernst du auch gewisse Verhaltensweisen deiner Spieler zu verstehen.  Zusätzlich kannst du es wirklich als eine positive Anerkennung sehen, denn die Kinder würden dir nichts erzählen, wenn sie dir nicht vetrauen oder dich nicht mögen.


#14 Fairness

Ein wichtiger Faktor der stets vom Trainer vorgelebt und eingefordert werden sollte, ist die Fairness, Wie bereits erwähnt, orientieren sich deine Spieler an dir. Verhältst du dich also fair gegenüber anderen Trainern und Spielern im Wettkampf, dann werden dir dies deine Kinder gleich tun. Wenn du dich unfair verhältst, übertragt sich dies ebenfalls auf dein Team. Du bist also mitverantwortlich für das Verhalten deiner Spieler. Wichtig ist hierbei auch bei unfairem Verhalten des Gegners, stets die eigene Fairness beizubehalten, auch wenn dies manchmal gar nicht so einfach ist.


#15 Gelassenheit

Als Trainer solltest du eine gewisse Gelassenheit ausstrahlen. Gerade in Stresssituationen sollte man innere Ruhe bewahren, denn auch hier gilt wieder: Wenn du gestresst und nervös wirkst, dann überträgt sich das auf dein Team. 


Beispiel:

Dein Team liegt in einem Wettkampf relativ schnell mit zwei Toren zurück.


Option A: Du schreist deine Kinder an und fragst ob sie nicht mal endlich aufwachen wollen. 


Option B: Du stärkst deine Kinder und motivierst sie weiterhin ohne Angst Gas zu geben. 


Für welche Option entscheidest du dich ?


#16 Fußballerische Fähigkeiten

Natürlich sollte jeder Trainer auch über fußballerische Grundfähigkeiten verfügen, gerade im Bereich des Kinderfußballs. Denn wie willst du deinen Spielern eine Finte, einen Innenseitstoß oder das korrekte Dribbling vermitteln, wenn du es nicht vormachen kannst ? Denn auch fußballerisch orientieren sich deine Spieler an dir. Das schönste sind die staunenden Gesichter deiner jungen Schützlinge, wenn du etwas cooles mit dem Ball vorzeigst. Sei es ein Trick, ein Pass oder auch ein sicheres Dribbling.  Sie werden alles versuchen, es dir genauso nachzumachen. 


#17 Werte vermitteln

Ein weiterer Punkt ist es gewisse Werte und Normen vorzuleben und zu vermitteln. Als Trainer bist du nämlich nicht nur für die fußballerische Ausbildung verantwortlich, sondern auch auch für die persönliche Entwicklung deiner Schützlinge. Daher ist es sehr wichtig Werte wie Disziplin, Pünktlichkeit, Fairness, Zuverlässigkeit, Respekt und auch Toleranz so früh wie möglich zu vermitteln. Denn die besten fußballerischen Fähigkeiten bringen einen Spieler langfristig nicht weit, wenn gewisse Grundwerte nicht gelebt werden.

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